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Prager Künstler lässt "Entropa" entfernen

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Prager Künstler lässt "Entropa" entfernen

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Die kontroverse Brüsseler Ausstellung “Entropa” ist auf Wunsch des tschechischen Künstlers abgebaut worden.

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft bedauerte das Entfernen der Ausstellung, auf das ihr Schaffer, David Cerny, jedoch bestand. Der Prager Bildhauer will damit gegen die Übergangsregierung in seiner Heimat protestieren. “Die Ratspräsidentschaft Tschechiens ist für mich beendet, seitdem die Regierung abgesetzt worden ist”, so Cerny. “Ich will nicht mir der Neuen zusammenarbeiten, sie besteht aus alten Kommunisten und auch der neue Ministerpräsident war Mitglied der Kommunisten.” Jan Fischer, der neue Regierungschef, wird unterdessen am Dienstag zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt Brüssel besuchen. Cerny hatte die EU-Länder in der Form eines Plastikmodellbausatzes äußerst provokant und absichtlich klischeehaft dargestellt, mehrere Staaten hatten daraufhin scharf gegen das Kunstwerk protestiert. Allen voran Bulgarien, das als Collage aus türkischen Stehtoiletten dargestellt wurde. Das traditionell euroskeptische Vereinigte Königreich wurde symbolisch einfach weggelassen. Für Deutschland standen Autobahnen in Form eines Hakenkreuzes, für Italien masturbierende Fußballspieler, und für Rumänien ein knallbuntes Dracula-Schloß.