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Benedikt besucht Klagemauer


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Benedikt besucht Klagemauer

Papst Benedikt XVI. hat die Klagemauer in Jerusalem besucht und dort lange schweigend gebetet. Dem Brauch folgend steckte er an dieser wichtigsten religiösen Stätte der Juden einen Zettel mit einem Gebet in eine Lücke. Darin bittet Bendedikt Gott um Frieden im Nahen Osten und in der Welt. Er spricht darin von Jerusalem, der Stadt des Friedens, als der gemeinsamen “spirituellen Heimstätte” von Juden, Christen und Muslimen.

Zuvor hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Felsendom auf dem Tempelberg besichtigt und dem Großmufti von Jerusalem einen Höflichkeitsbesuch abgestattet. Es war das erste Mal, dass ein Papst dieses wichtige islamische Wahrzeichen in Jerusalem betrat. Der Besuch Benedikts sorgt in Israel für Kontroversen. Gestern hatte er die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem besucht und davor gewarnt, die Judenvernichtung zu leugnen. “Johannes Paul II. hat von Millionen Juden gesprochen, die ermordet wurden”, sagte Israels ehemaliger Oberrabbiner, Meir Lau, auch er ein Holocaust-Überlebender. “Benedikt hat nicht gesagt ‘ermordet’, sondern ‘getötet’. Das ist nicht dasselbe. Er hat auch nicht gesagt, wer sie getötet hat. Johannes Paul II. sprach von Nazis; in dieser Rede jetzt kam das Wort Nazis nicht vor.” Viele Israelis sind nun enttäuscht darüber, dass Benedikt in seiner Rede in Jad Vaschem nicht auf die Rolle der Kirche bei der Judenvernichtung eingegangen ist. Sie hatten von dem deutschen Papst auch eine Entschuldigung für die Rolle der Nationalsozialisten erwartet.

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