Eilmeldung

Eilmeldung

Demjanjuks langer Weg vor ein deutsches Gericht

Sie lesen gerade:

Demjanjuks langer Weg vor ein deutsches Gericht

Schriftgrösse Aa Aa

1920 in der Ukraine geboren, gerät John Yvan Demjanjuk 1942 als Soldat der Roten Armee in Kriegsgefangenschaft, wird dann aber in Treblinka zum Wärter ausgebildet und dient im Vernichtungslager Sobibor. Nach Kriegsende geht er in die USA und sagt bei der Einwanderung, er sei in Lagerhaft gewesen.

1977 erkennen einige Lagerinsassen von Treblinka in ihm einen besonders brutalen Wächter wieder, Demjanjuk wird nach Israel ausgeliefert und dort zum Tode verurteilt. 1993 aber wird das Urteil annulliert, da neu aufgetauchte KGB-Dokumente Zweifel säen, dass Demjanjuk wirklich dieser Ivan der Schreckliche gewesen sein soll. Demjanjuk kehrt in die USA zurück. Dort stellt ein Richter fest, dass er in Sobibor Wärter war. Das bestreitet Demjanjuk nicht, sagt aber, er sei als Gefangener dazu gezwungen worden. Ab 2005 liefert er sich mit der US-Justiz einen Streit um seine Auslieferung nach Deutschland, sagt, er sei krank. Heimlich gefilmte Bilder aber zeigen, dass er offenbar nicht so gebrechlich ist, wie er angibt. Der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums begrüßt die Entscheidung, ihn auszuliefern: “Das ist ein guter Tag für die Gerechtigkeit”, so Efraim Zuroff. “Es ist sehr wichtig, dass dieser Mann, der in Sobibor an der Ermordung von 29 000 Menschen beteiligt war, nun vor einem Gericht steht.” Späte Gerechtigkeit für die Opfer. Demjanjuk ist vermutlich einer der letzten nicht verurteilten NS-Verbrecher, die noch leben, die Nazijäger hoffen lediglich , noch einen oder zwei Täter zu finden.