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Mutmaßlicher NS-Verbrecher in München eingetroffen

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Mutmaßlicher NS-Verbrecher in München eingetroffen

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Der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk ist in München eingetroffen. Am Morgen landete die Sondermaschine mit dem 89-Jährigen an Bord. Seiner Abschiebung aus den USA war ein langes juristisches Tausziehen vorangegangen.

Nach seiner formellen Festnahme ist der gebürtige Ukrainer ins Gefängnis Stadelheim gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft München wirft Demjanjuk Beihilfe zum Mord an mindestens 29 000 Juden im besetzten polnischen Vernichtungslager Sobibor vor. Er soll geholfen haben, die Menschen in die Gaskammern zu treiben. Demjanjuk stand schon einmal in Israel vor Gericht: 1988 wurde er zunächst zum Tode verurteilt, Jahre später aber freigesprochen. Neu zugängliche Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes KGB identifizierten einen anderen KZ-Wächter als “Iwan den Schrecklichen”. Mehr als 30 Jahre beschäftigte der Fall Demjanjuk die Justiz in mehreren Ländern. 1952 reiste er in die USA ein und gab an, den 2. Weltkrieg als Kriegsgefangener in einem Lager verbracht zu haben. Später nahm er die US-Staatsbürgerschaft an, die ihm mehrfach wieder entzogen wurde.