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Papst besucht Gedenkstätte Jad Vaschem

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Papst besucht Gedenkstätte Jad Vaschem

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Gleich am Anfang das Schwerste: Am ersten Tag seines Aufenthalts in Israel hat der Papst die Holocaustgedenkstätte Jad Vaschem besucht. Dort wandte er sich gegen das Leugnen oder Verharmlosen der Judenvernichtung im Dritten Reich und rief zum Kampf gegen den Judenhass auf. Darauf, dass er selber Deutscher ist, ging er in seiner Rede jedoch nicht ein.

Für seinen Besuch in Jad Vaschem erhält Papst Benedikt Anerkennung: “Es ist sehr gut”, sagt ein Überlebender des Holocaust, “dass sich der Papst mit seiner deutschen Herkunft getraut hat, hierher zu kommen und der Ereignisse von damals zu gedenken.” Andere kritisieren Benedikt, auch im Vergleich zum Besuch seines Vorgängers vor neun Jahren: “Johannes Paul II. hat von Millionen Juden gesprochen, die ermordet wurden”, sagt Israel Meir Lau, früher einmal Israels Oberrabbiner, auch er ein Holocaust-Überlebender; “Benedikt hat nicht gesagt ermordet, sondern getötet. Das ist nicht dasselbe. Er hat auch nicht gesagt, wer sie getötet hat. Johannes Paul II. sprach von Nazis; in dieser Rede jetzt kam das Wort Nazis nicht vor.” Heute besucht der Papst die Altstadt von Jerusalem mit ihren Heiligtümern, insbesondere des Islam und des Judentums. Dort trifft er auch hohe Geistliche beider Religionen. Am Nachmittag hält er eine Messe in Gethsemane ab.