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Trauer ein Jahr nach dem Erdbeben

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Trauer ein Jahr nach dem Erdbeben

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Ein Jahr ist es her, dass in China in der Provinz Sichuan die Erde bebte, die Überlebenden haben sich versammelt, um ihrer toten Angehörigen und Freunde zu gedenken. Mehr als 87.000 Tote hatte das Beben gefordert, die Stadt Beichuan wurde dem Erdboden gleich gemacht. Die Erinnerung an den 12. Mai 2008 ist bei den Überlebenden immer noch schmerzhaft. So sagt ein Zeuge der Ereignisse:“Die, die das Erdbeben überlebt haben, können es nicht mehr vergessen. Ich kann immer noch spüren wie die Erde bebte, es fühlte sich an wie die Wellen des Ozeans.”

Insbesondere Eltern, die an diesem Tag ihre Kinder verloren haben, können nicht vergessen. Offiziell waren es etwas mehr als 5.300 Kinder, doch Eltern und Aktivisten schätzen die Zahl höher ein. Hunderte Schulen stürzten ein und begruben Schüler und Lehrer unter sich. Viele Gebäude konnten den Erdstößen nicht standhalten, weil bei ihrem Bau ganz offensichtlich gepfuscht worden war. Die Eltern der getöteten Kinder machen dafür die Regierung verantwortlich und verlangen jetzt Auskunft – allerdings vergeblich. “Wir wissen, dass das Erdbeben die Häuser zerstört hat”, sagt eine Mutter”, “Aber wir wollen auch wissen,wie viel Eisen und Zement im Beton dieses fünfgeschossigen Gebäudes verbaut wurde. Die Regierung hat uns keine Auskunft gegeben.” Mehr als 300 000 Menschen wurden beim Erdbeben verletzt, die allermeisten von ihnen mittellose Bauern. In einem Rehazentrum des Roten Kreuzes haben ein paar hundert Betroffene immerhin kostenlose Prothesen erhalten. Die Infrastruktur im Erdbebengebiet ist zerstört, nach wie vor sind 3 Millionen Menschen ohne Arbeit – und 5 Millionen obdachlos. Die Regierung hat Hilfe beim Wiederaufbau versprochen. Doch viele Menschen wollen nicht mehr auf das Geld warten – sie fangen jetzt schon an, ihre Häuser wieder aufzubauen.