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Papst für Palästinenserstaat und gegen Gaza-Blockade

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Papst für Palästinenserstaat und gegen Gaza-Blockade

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Als “tragisch” hat Papst Benedikt XVI den Bau der teilweise zehn Meter hohen Betonmauer zwischen Bethlehem und Jerusalem bedauert. Israel hatte die im Endausbau 650 km lange, schwer zu passierende Mauer vor sieben Jahren errichtet, um eine Welle tödlicher Attentate radikaler Palästinenser zu stoppen.
 
Bei seinem Besuch in der Geburtsstadt Jesu im Westjordanland sprach sich Benedikt erneut für einen eigenständigen Palästinenserstaat und ein Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens aus. Ohne Israel zu erwähnen, versicherte das Oberhaupt der katholischen Kirche die Einwohner von Gaza seiner Solidarität für die enorme Aufgabe des Wiederaufbaus.
 
Bei einem Treffen mit Präsident Mahmud Abbas in Bethlehem sagte der Papst, der Vatikan unterstütze das Recht der Palästinenser auf ein souveränes Zuhause im Land ihrer Vorfahren –  sicher, in Frieden mit den Nachbarn und innerhalb international anerkannter Grenzen.
 
Mit mannshohen Schlüsseln symbolisieren die Palästinenser im Flüchtlingslager Aida, dass sie seit gut 60 Jahren in einem Provisorium festsitzen.
 
In dem Lager leben 5000 Menschen auf einem halben Quadratkilometer.
 
Nach offiziellen Angaben der UN leben gut 1,3 Millionen Palästinenser in solchen Lagern. Für ihre medizinische Versorgung und Schulbildung, teilweise auch ihre Ernährung zahlen seit mehr als 60 Jahren die Vereinten Nationen.
 
Vor fast 8000 begeisterten Gläubigen feierte der Papst auf dem Krippenplatz neben der Geburtskirche eine Messe – vermutlich war das fast die gesamte christliche Bevölkerung Bethlehems.

Vor allem seit dem Palästinenseraufstand im Jahr 2000 haben tausende Christen Bethlehem verlassen.