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ESA- Weltraummission auf den Spuren des Urknalls

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ESA- Weltraummission auf den Spuren des Urknalls

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Mit einem Bilderbuchstart hat eine Ariane 5 – Rakete zwei Forschungssatelliten ins Weltall gebracht. Die Rakete hob vom Weltraumbahnhof Kourou ab, den die europäische Raumfahrtagentur ESA in Französisch-Guyana unterhält.

Die beiden Satelliten Planck und Herschel wurden schon bald nach dem Start getrennt. Sie sollen beide 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ihre Arbeit aufnehmen- weit weg von störenden Magnetfeldern. Die Satelliten haben eines gemeinsam: sie sind sozusagen Weltraumarchäologen und suchen nach Signalen aus der Frühzeit des Universums. Planck soll die kosmische Hintergrundstrahlung auffangen, die Forscher nennen sie “Echo des Urknalls”. So können sich die Wissenschaftler ein Bild vom Universum machen, als es 380 000 Jahre alt war. Herschel verfolgt das selbe Ziel, aber mit anderen Mitteln: es ist das größte jemals gebaute Weltraumteleskop. Es soll viel tiefer und genauer ins All blicken als seine Vorgänger und nach Licht-Resten von der Entstehung von Sternen Ausschau halten. Im All kann Herschel nach infrarotem Licht suchen, das von unserer Atmosphäre gefiltert wird und so auf der Erde nicht ankommt. Licht, das aus den ansonsten undurchsichtigen kosmischen Wolken kommt, in denen Sterne entstehen. Alles passiert in der Wolke, wir sehen rein gar nichts von außen. Denn die Hitze, die entsteht, dringt nicht durch die Wolke. Nur die Infrarotwellen kommen durch, und die können wir jetzt sehen. Wir können in die Wolke schauen. Das Projekt der ESA vereint Wissenschaftler aus ganz Europa. Die sagen, es sei wie Fischen im tiefem Wasser, in dem noch niemand war. Besser, man mache sich auf aufregende Überraschungen gefasst. Beide Satelliten werden allerdings erst in ein paar Monaten voll einsatzbereit sein. In den Satelliten stecken rund 25 Jahre Entwicklungsarbeit. Die Kosten für die Mission belaufen sich insgesamt auf knapp 2 Milliarden Euro.