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Britischer Spesenskandal hat Folgen

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Britischer Spesenskandal hat Folgen

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Der Skandal um fragwürdige Spesen britischer Unterhaus-Abgeordneter hat zu einem Umfragetief für die regierende Labour-Party geführt. Für die Europawahl werden der Partei von Premier Gordon Brown nur noch 19 Prozent der Stimmen vorausgesagt.

Unterdessen hat der Skandal zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Der Labour-Abgeordnete Elliot Morley wurde aus seiner Fraktion ausgeschlossen. Morley hatte sich Zinsen für eine Hypothek erstatten lassen, die längst abbezahlt war. “Sie sollten sich schämen,” beschwerte sich eine alte Frau aus seinem Wahlkreis in Scunthorpe, “wen haben sie noch betrogen? Sie und ihresgleichen stinken zum Himmel. Das ganze Land fragt sich, wie sie nachts schlafen können.” Auch der konservative Abgeordnete Andrew MacKay musste seinen Job als Berater von Oppositionschef Cameron niederlegen. Er hatte unzulässig Spesen für einen Zweitwohnsitz kassiert. Von dem Umfragetief für Premierminister Gordon Brown könnten vor allem Splitterparteien profitieren. So können zum Beispiel die Nationalisten, die gegen die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens sind, mit zahlreichen Protestwählerstimmen rechnen.