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Keine Schwulendemo zum ESC

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Keine Schwulendemo zum ESC

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Die zeitgleich mit dem Finale des Eurovision Song Contest in Moskau geplanten Demonstrationen von Schwulen- und Lesbenverbänden sind von der Stadt Moskau verboten worden. Sie gefärdeten die öffentliche Ordnung und provozierten die Bevölkerung hieß es zur Begründung. Die Stadtverwaltung drohte, gegen unerlaubte Demonstrationen mit der “vollen Schärfe des Gesetzes” vorzugehen.

Vor wenigen Tagen war der demonstrative Versuch eines lesbischen Paares in Moskau die Ehe zu schließen, gescheitert. Vor vielen Fernsehkameras lehnte die Standesbeamtin den Antrag ab. Eine Eheschließung sei nach russischem Familienrecht nur zwischen Mann und Frau möglich. “Das Ziel der Schwulenumzüge ist es, die Sünde in unserer Gesellschaft zu legalisieren. Sie wollen sogar, dass orthodoxe Priester ihre Hochzeiten segnen. Ich versichere Ihnen, das wird nicht passieren”, wetterte der Vorsitzende der Jugendorganisation der Russisch-orthodoxen Kirche, Michail Nalimow. In Russland wurde die Strafbarkeit von Homosexualität erst 1993 abgeschafft, gegen Schwule und Lesben gibt es aber noch immer viele Vorbehalte. Schwulendemonstrationen werden regelmäßig gestört. Ein gewaltiges Polizeiaufgebot soll in Moskau während des Schlagerfestivals für Ruhe und Ordnung sorgen. Eigens für den ESC wurden 5500 Einsatzkräfte abkommandiert.