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Prozess gegen Aung San Suu Kyi

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Prozess gegen Aung San Suu Kyi

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Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi steht vor Gericht: Der Prozess findet in einem Gefängnis statt, unter Ausschluss jeder Öffentlichkeit.

Die Militärmachthaber von Birma – auch bekannt als Myanmar – werfen Suu Kyi vor, sie habe gegen Auflagen ihres Hausarrests verstoßen. Dahinter steht ein obskurer Vorfall: Vor kurzem schwamm ein Amerikaner durch den See an Suu Kyis Haus und blieb dort zwei Tage – dieser ungebetene Besuch ist der besagte Verstoß. Der Mann selbst steht auch vor Gericht. Der Oppositionspolitikerin drohen nun bei einem Schuldspruch drei bis fünf Jahre Haft. Anderen Ländern in der Region passt das Vorgehen der birmanischen Junta nicht: Von einer falschen Botschaft spricht zum Beispiel Hassan Wirajuda, der Außenminister von Indonesien. Die Wahlen nächstes Jahr sollten die Demokratie stärken; die Verfolgung von Aung San Suu Kyi bereite da Sorgen. Die Machthaber wollen im kommenden Jahr wählen lassen. Ihre Gegner meinen, sie wollten Suu Kyi mit einer Haftstrafe zuvor aus dem Verkehr ziehen. Demonstranten vor birmanischen Botschaften machen nun in aller Welt auf das Schicksal der 63-Jährigen aufmerksam. Die Wahl von 1990 gewann sie mit Riesenvorsprung: Die Militärs kümmerte das aber nicht – sie regierten wie schon seit 1962 weiter, Suu Kyi hat seitdem die meiste Zeit unter Hausarrest verbracht.