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Britischer Parlamentspräsident zurück getreten

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Britischer Parlamentspräsident zurück getreten

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Der britische Parlamentspräsident – der “Speaker” des Unterhauses Michael Martin hat seinen Rücktritt angekündigt. Politiker aus allen Parteien hatten ihm vorgeworfen, eine Reform des Systems und die Offenlegung von Abrechnungen der Abgeordneten blockiert zu haben. Seit ich vor dreißig Jahren in dieses Haus kam, war ich stets der Auffassung, dass das Haus sein Bestes gibt, wenn es einig ist, sagte Martin, und um diese Einigkeit zu wahren habe er beschlossen, das Amt am Sonntag, dem 21. Juni aufzugeben, sagte Martin. Damit könne das Haus am Montag, dem 22. Juni einen neuen Speaker wählen. Das ist alles, was er in dieser Angelegenheit zu sagen habe. Nach der mit Spannung erwarteten Erklärung verließen die meisten Abgeordneten den Saal. Im Spesenskandal stehen Abgeordnete aller Parteien am Pranger. Sie hatten dubiose oder betrügerische Ausgaben abgerechnet. Auch gegen Michael Martin waren solche Vorwürfe laut geworden, doch sie wurden vom zuständigen Parlamentsausschuss für gegenstandlos erklärt. Es blieb der Vorwurf gegen den Schotten aus Glasgow, er habe als Speaker versagt. Nun ist er der erste seit dreihundert Jahren, der das Amt unter öffentlichem Druck der Abgeordneten verliert.