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Sri Lanka nach dem Bürgerkriegsende

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Sri Lanka nach dem Bürgerkriegsende

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Für seine gute Laune hat Sri Lankas Staatspräsident allen Grund: Er lässt es sich nicht nehmen, diesen oft für unmöglich gehaltenen Erfolg vor dem Parlament selbst zu würdigen. Der Konflikt mit den Rebellen im Nordosten der Insel ist vorbei, das ganze Land ist nach langer Zeit wieder unter Kontrolle der Regierung.

Neben dem Rebellenführer selbst wurde in den letzten Tagen der Kämpfe auch sein Sohn getötet, dazu mehrere weitere Anführer der Befreiungstiger. Die Aufständischen waren zuletzt auf einem winzigen Stück Land zusammengedrängt worden. Auch zehntausende Zivilisten waren dort noch bis fast zum Schluss. Offenbar wurden auch von ihnen viele getötet oder verwundet; unabhängige Zahlen aus dem Kampfgebiet gibt es aber nicht. Beide Seiten haben sich bis zum Schluss gegenseitig vorgeworfen, bei ihren Kämpfen auf die Zivilbevölkerung keine Rücksicht zu nehmen. Westliche Länder wollen untersuchen lassen, ob es in der Schlussphase der Kämpfe zu Kriegsverbrechen gekommen ist. Sri Lankas Regierung wirft ihnen im Gegenzug aber Doppelmoral vor und verweist dabei auf die getöteten Zivilisten zum Beispiel im Afghanistankrieg.