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USA engagieren sich wieder auf dem Balkan

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USA engagieren sich wieder auf dem Balkan

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Die USA wollen sich auch wieder stärker auf dem Balkan engagieren: Vizepräsident Joe Biden bereist seit heute Bosnien, Serbien und das Kosovo – alles Problemfälle aus dem Zerfall Jugoslawiens.

Im bosnischen Bürgerkrieg haben die USA schon 1995 den Frieden vermittelt, im Abkommen von Dayton. Ein wirklicher Staat ist aus der früheren jugoslawischen Teilrepublik aber nicht geworden: Die Serben leben in ihrem Teil des Landes für sich, im Rest sind es die Kroaten und die eigentlichen Bosnier. Durch einige gemeinsame Institutionen sind sie lose verbunden. “Am besten wäre es, die übernehmen hier die Schutzherrschaft”, sagt ein Bosnier in der Hauptstadt Sarajewo. “Sonst sind wir verloren.” Ohnehin hat ein internationaler Beauftragter – zur Zeit der Österreicher Valentin Inzko – gegenüber der Regierung weitreichende Rechte. Den Willen der Beteiligten kann er aber nicht herbeibefehlen. Noch immer sind auch Wunden aus dem Bürgerkrieg frisch: Erst vor einer Woche wurden mehr als dreißig Opfer der damaligen Kämpfe beigesetzt. Hier im ostbosnischen Bratunac sind nun 170 Tote begraben; von weitaus mehr fehlt aber weiterhin jede Spur.