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"Zerissene Umarmung": Almodovar und die Palme

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"Zerissene Umarmung": Almodovar und die Palme

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Spaniens Starregisseur Pedro Almodovar legt es in Cannes nicht auf eine Goldene Palme an. Er werde bereits am Freitag abreisen, damit niemand denke, er sei hinter einem Preis her, so Almodovar bei der Vorstellung von “Los Abrazos rotos”. “Zerissene Umarmung” ist wieder ein Melodram, und zwar über die Verlogenheit.

“Als Kind wurde ich, wie viele andere, von Frauen aufgezogen”, sagte Almodovar: “Gegen Ende der 50er Jahre nahm mich meine Mutter überall hin mit. Sie hat mir viele Sachen gezeigt, die ich im Laufe meiner Karriere weiterentwickelt habe.” Von Frauen ist Almodovar besessen, und von Penelopé Cruz. Sie spielt erneut die Hauptrolle, und erinnert im an Zitaten reichen Streifen an die unvergessene Audrey Hepburn. “Es ist einer der schönste Filme, die Almodovar je geschrieben hat, kaum ein Drehbuch seiner Karriere war so komplex, gewagt und mutig”, so Cruz begeistert. Cruz spielt eine Sekretärin, die zur Schauspieleruin wird und ihren Geliebten für einen Regisseur verlässt. Der Betrogene rächt sich. Die junge Frau stirbt bei einem Unfall, der Liebhaber erblindet. Aus seiner Perspektive erzählt Almodovar das Geschehen in Rückblenden. Erfolge gefeiert hat Almodovar schon viele. Eine Goldene Palme war bislang nicht dabei. Für einen Preis würde er am Sonntag wiederkommen, sagte er. Außerdem im Wettbewerb an diesem Dienstag: “Vincere” des Italieners Marco Bellocchio über das Schicksal der verheimlichten Zweitfrau Mussolinis und des gemeinsamen Sohnes.