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Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt

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Kinder in kirchlichen Heimen misshandelt

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Unter Obhut der katholischen Kirche sind Kinder in Irland über Jahrzehnte misshandelt und auch sexuell missbraucht worden. Das zeigt der Bericht einer Kommission, der in jahrelanger Arbeit entstanden ist.

Die Kommission hat die Zustände in katholischen Schulen und Kinderheimen von den Dreißigern bis in die achtziger Jahre untersucht: Danach gab es diese Einrichtungen nicht mehr.

Die Ergebnisse hätten ihn erschreckt, entsetzt und traurig gemacht, sagt der Kardinal und Erzbischof Sean Brady, Primas von Irland. Man müsse nun alles in der Macht Stehende tun, dass so etwas nie wieder vorkommen könne.

Der Skandal kam durch eine Fernsehdokumentation Ende der Neunziger ans Licht. “Konzentrationslager für Kinder” seien das gewesen, lauteten Vorwürfe damals. Im Jahr 2000 begann die Arbeit an dem jetzigen Bericht. Auch er spricht bei den Heimen und Schulen von einem System eher für Gefangene als für Kinder. Zum Teil lebten die Kinder in kalten, kargen Einrichtungen unter erbärmlichen Bedingungen. Wer Kinder missbraucht oder misshandelt hatte, wurde höchstens versetzt und konnte dann am neuen Ort weitermachen wie zuvor. Statt die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, wurden oft den Opfern Vorwürfe gemacht. Der Bericht belastet auch das Bildungsministerium, das nichts unternommen und sich am Schweigen noch beteiligt habe.