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Handel zwischen Russland und der EU floriert

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Handel zwischen Russland und der EU floriert

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In Richtung Osten gehen Autos, Küchen, Arzneimittel, Handtaschen, Mobiltelefone, Flugzeuge oder Nahrungsmittel wie Fleisch – die ganze Palette des täglichen Bedarfs, dazu industrielle Rohprodukte, etwa aus der Chemie. Gen Westen fliesst vor allem eins: Energie, in Form von Öl, Gas und Kohle.

Der Handel zwischen Russland und der EU explodiert, allen politischen Verwicklungen zum Trotz. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Wert der ausgetauschten Güter mehr als verdreifacht. Laut EU-Statistikamt Eurostat kletterten die Ausfuhren der 27 EU-Staaten nach Russland seither von 23 auf 105 Milliarden Euro. Während dieser Zeit kamen allerdings auch 10 osteuropäische Staaten neu in die EU. Russland lieferte im Jahr 2008 für 173 Milliarden Euro in die Gegenrichtung, fast dreimal so viel wie acht Jahre zuvor. Macht ein um rund die Hälfte aufgeblähtes Handelsbilanzdefizit der EU mit Russland von 68 Milliarden Euro. Doch das Abhängigkeitsverhältnis ist alles andere als einseitig: Während die EU mit den USA und China mehr Handel treibt als mit Russland, ist die EU Handelspartner Nummer eins für Russland. Und die Dominanz der Energie – die Weltbank schätzt den Beitrag des Rohstoffsektors auf rund ein Viertel – bremst die Erholung der russischen Industrie. Und macht bei sinkenden Preise verwundbar: So sollen seit einigen Monaten Schutzzölle auf zahlreiche EU-Exportartikel – darunter Autos, Stahlprodukte, Milch und Butter -die die Rechnung im Rahmen halten. Und vor diesem Hintergrund will die EU ihre Abhängigkeit vom russischen Gas verringern, etwa durch den Bau der Pipeline ‘Nabucco’ aus Zentralasien, vorbei an den Streithähnen Russland und Ukraine. Kein Wunder, dass Russland mit seinem Projekt South Stream dagegen hält.