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Israel will ungeteilte Hauptstadt Jerusalem

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Israel will ungeteilte Hauptstadt Jerusalem

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Nicht alle in Israel sind mit dem neuen Kurs des Verbündeten USA einverstanden. In der Nähe des amerikanischen Konsulats in Jerusalem versammeln sie sich, um gegen die Zweistaatenlösung, also einen eigenen Staat auch für die Palästinenser, zu protestieren.

Auch der Regierungschef schlägt schärfere Töne an, kurz nach seiner Rückkehr aus den USA. Am so genannten Jerusalemtag bekräftigt er, die Stadt sei für ihn die Hauptstadt von Israel. Sie sei schon immer jüdisch gewesen und werde es auch immer sein. Jerusalem werde nie wieder geteilt werden. International ist Jerusalem als Hauptstadt Israels wegen seines umstrittenen Status allerdings nicht anerkannt. Die Palästinenser sehen den arabischen Osten Jerusalem als ihre Hauptstadt, wenn sie einmal den angestrebten eigenen Staat hätten. Dieser arabisch bewohnte Ostteil wurde 1967 von Israel erobert; daran erinnert eben dieser heutige Jerusalemtag. Die Frage des künftigen Status von Jerusalem steht einem Frieden genauso im Weg wie zum Beispiel der fortdauernde Bau jüdischer Siedlungen auf Palästinensergebiet. Zumindest einen der sogar nach israelischem Recht illegalen Vorposten solcher Siedlungen haben Sicherheitskräfte jetzt geräumt – ohne Widerstand der Siedler; es waren aber auch nur einige Blechhütten. Einer der Siedler hier sagt jedoch: “Jedesmal, wenn sie unsere Häuser abreißen, werden wir fünfmal so viele wieder hinbauen.” Etwa 120 jüdische Siedlungen gibt es, oft sind es regelrechte Städte. Dazu kommen rund einhundert dieser teils winzigen Außenposten, die Siedler von sich aus, ohne Genehmigung, errichtet haben. Aus Sicht der Palästinenser kann es mit diesen Siedlungen auf ihrem Boden keinen Frieden geben. Auch einen Gebietstausch lehnen sie ab, wie ihn die Netanjahu-Regierung angeregt hat.