Eilmeldung

Eilmeldung

Proteste gegen niedrige Milchpreise

Sie lesen gerade:

Proteste gegen niedrige Milchpreise

Schriftgrösse Aa Aa

In Brüssel haben gut 1000 Bauern gegen niedrige Preise für Milch und andere Lebensmittel demonstriert. Dort kamen heute auch die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union zusammen, um über die Lage auf dem Milchmarkt zu beraten. Auch in Frankreich und Deutschland protestierten zahlreiche Bauern gegen die niedrigen Preise. Die Demonstranten durchbrachen eine Polizeiabsperrung, die sie von der Tagung des Ministerrates fernhalten sollte. Deutschland hatte vorgeschlagen, die Direktzahlungen der EU an die Landwirte in diesem Jahr schon im Oktober statt im Dezember auszuzahlen. Deutschlands Landwirte erhalten jährlich gut 5,4 Milliarden Euro EU-Subventionen. Seit März sind die Milchpreise für die französischen Bauern um 30 Prozent auf 21 Cent je Liter gefallen. Die Bauern wollen mindesten 30 Cent.

Berlin und Paris fordern von der EU-Kommission einen schnellen Zwischenbericht zur Lage. Olivier Picot vom Verband der Milchindustrie meint, ein großer Teil der in Frankreich und anderswo in Europa produzierten Milch werde in Form von Butter und Milchpulver auf den Weltmärkten verkauft. Diese seien aber zusammengebrochen, sie hätten ein historisches Tief erreicht. China kaufe nicht mehr, der russische Markt sei geschlossen. Diese Milchprodukte würden mit enormen Verlusten für die Erzeuger verkauft. Viele Bauern leiden angesichts der Wirtschaftskrise unter Absatzschwierigkeiten und der anhaltenden Kreditklemme. Besonders die Milchbauern sehen sich in ihrer Existenz gefährdet.