Eilmeldung

Eilmeldung

Scientology in Paris vor Gericht

Sie lesen gerade:

Scientology in Paris vor Gericht

Schriftgrösse Aa Aa

In Paris muss sich die aus den USA stammende Scientology-Organisation wegen “organisierten Bandenbetrugs” vor Gericht verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht das e-Meter, ein Gerät, dass den elektrischen Hautwiderstand misst – wie etwa ein Lügendetektor oder ein Biofeedback-Gerät. Scientologen können damit angeblich ihre geistigen Fortschritte messen, und sie sollen für das technisch einfache Gerät viel zu viel Geld bezahlen, sagt der Anwalt Olivier Maurice, der in dem Prozess Geschädigte vertritt: Die Frage sei, ob man es weiter gestatten könnte, dass ein Unternehmen ungehindert tätig sei, dessen einziger Zweck darin bestehe, das Geld seiner Anhänger zu erlangen.

Die in Frankreich als Sekte eingestufte Organisation wurde von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Ron Hubbard gegründet und als Kirche bezeichnet. In dem Prozess droht der Organisation in Frankreich die Zwangsauflösung. Ihr Anwalt Patrick Maisonneuve erklärte, die in der Anklage beanstandeten Geschäftspraktiken seien eine ausgesprochene Randerscheinung – und keineswegs kennzeichnend für die gesamte Organisation: Wegen eines Ausrutschers könne man nicht die Gesamtheit verurteilen. Der harte Kern der Scientology in Frankreich wird auf ein- bis zweitausend Personen geschätzt. In Deutschland wird die Scientology-Organisation vom Verfassungsschutz beobachtet.