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Wahlkampfauftakt in Frankreich

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Wahlkampfauftakt in Frankreich

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In Frankreich hat der Wahlkampf für die Europawahl begonnen. Insgesamt 72 Abgeordnete wird das Land ins Europaparlament schicken, sechs weniger als vor fünf Jahren, als die Europäische Union weniger Mitglieder umfasste als heute. Umfragen zufolge dürfte die Wahlbeteiligung am siebten Juni bei 44 Prozent liegen. “Eine Wahl mobilisiert, wenn etwas auf dem Spiel steht, wenn auf der Hand liegt, dass es notwendig ist, abzustimmen”, so der Politikwissenschaftler Brice Teinturier. “Steht wirklich etwas auf dem Spiel, so finden Auseinandersetzungen statt. Auf europäischer Ebene jedoch werden Auseinandersetzungen kaum wahrgenommen.”

Spitzenkandidaten der Regierungspartei UMP – Union für eine Volksbewegung – sind der derzeitige Landwirtschaftsminister Michel Barnier und Justizministerin Rachida Dati. Die UMP des Staatschefs Nicolas Szarkozy mit ihren fünf Verbündeten dürfte stärkste Partei werden, denn die Opposition ist zersplittert. Die Chefin der Sozialisten, Martine Aubry, hat es nach dem Machtkampf mit Segolene Royal nicht geschafft, die Partei zu einen. Francois Bayrou bereitet sich für die nächste Präsidentschaftswahl vor und tritt am siebten Juni erst gar nicht an.

Daniel Cohn-Bendit, der zuletzt für die deutschen Grünen angetreten war, kandidiert diesmal für die französischen Grünen. Olivier Besancenot, der Spitzenmann der Neuen Antikapitalistischen Partei, hat offen erklärt, dass ihm die Europawahl schnurz ist. Jean-Marie Le Pen mit seiner Nationalen Front wird es erneut schaffen. Europa kommt im französischen Europa-Wahlkampf kaum vor. Fast alles dreht sich um die Präsidentenwahl 2012.