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Amnesty warnt vor Menschenrechtskrise

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Amnesty warnt vor Menschenrechtskrise

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Schwarz ist der Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Denn dunkel sind die Ergebnisse. Die Finanzkrise verschlechtert die Menschenrechtslage in vielen Ländern. Vor allem betroffen sind Arme.

Amnesty International fürchtet, dass die Wirtschaftskrise zu mehr Unterdrückung und Chancenungleichheit führt. “Der springende Punkt des Berichts ist, dass unter der gobalen Wirtschaftskrise eine globale Menschenrechtskrise heranwächst. Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen mehr und mehr aus ihren Jobs und ihren Häusern in die Armut getrieben werden”, sagt Larry Cos von Amnesty International. Eine Milliarde Menschen weltweit leiden an Hunger. Die Ernährungskrise im vergangenen Jahr stürzte 150 Millionen Menschen in die Armut und die Wirtschaftskrise fügte noch mal 53 Millionen hinzu. 18 bis 51 Millionen Menschen müssen befürchten, ihre Arbeit zu verlieren. Die meisten Leidenden sind doppelt betroffen: Durch Diskriminierung und dadurch, dass die Hilfe politisch eingesetzt wird. Nahrung kann wie in Simbabwe Ende vergangenen Jahres auch als Waffe gegen politische Gegner genutzt werden. Die Chance gewalttätiger Unterdrückung steigt. “Wenn Menschen auf die Straße gegangen sind, um gegen die hoffnungslosen sozialen, wirtschaflichen und politischen Bedingungen zu protestierten, reagierten die Regierungen sehr hart. Laut Bericht wurde in 17 Ländern auf Demonstrationen brutal reagiert. Es gibt eine große Gefahr, dass die Rezession zu mehr Repression führen könnte”, meint Irene Khan, internationale Generalsekretärin von Amnesty International. Politische Instabilität und Massenunruhen können mit einer Vertiefung der Krise steigen. Laut Amnesty sitzt die Welt auf einem Pulverfass. Die Menschenrechtsorganisation krisitiert außerdem die G-20-Staaten scharf. Sie seien weit davon entfernt, mit gutem Beispiel voranzugehen. Viele europäische Staaten werden gerügt, weil sie ein Ansteigen von Rassismus und Intoleranz gegenüber Migranten zulassen.