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Mediziner befürchten keinen Ansturm auf Heroin

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Mediziner befürchten keinen Ansturm auf Heroin

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Nach der Legalisierung der Heroin-Abgabe an Schwerstabhängige rechnen deutsche Mediziner nicht mit einem Massenansturm auf Drogenambulanzen. Der Bundestag hatte gestern mit breiter Mehrheit das Betäubungsmittelgesetz geändert.

Das künstliche Heroin soll erhalten, wer mindestens 23 Jahre alt und seit mehr als fünf Jahren abhängig ist und bei dem zwei herkömmliche Therapien mit dem Ersatzstoff Methadon versagt haben. Kritiker hatten vor einem massiven Ansturm und hohen Kosten gewarnt. Mediziner rechnen mit nur rund 2000 zusätzlichen Patienten, die so aus der Beschaffungskriminalität herauskommen könnten. In einer Teststudie kam jeder fünfte Patient vom Heroin los – ein Massenansturm aber bleib aus. Auch andere Länder haben bereits positive Erfahrungen gemacht. Die Heroin-Abgabe ist etwa dreimal so teuer wie eine Methadon-Therapie.