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Präsidentin: Kirchen-Missbrauch juristisch aufarbeiten

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Präsidentin: Kirchen-Missbrauch juristisch aufarbeiten

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Die jahrzehntelange Misshandlung zehntausender Kinder in Obhut der katholischen Kirche in Irland soll juristisch aufgearbeitet werden. Das hat Präsidentin Mary McAleese gefordert und damit den Opfern aus der Seele gesprochen.

“Die Menschen, die diese Straftaten begangen haben – und es geht hier um Straftaten – sind noch immer frei. Sie sollten sich einem Strafprozess stellen. So einfach ist das”, so McAleese. Vergangene Woche hatte ein Bericht das Ausmaß der Verbrechen ans Licht gebracht. Juristisch aber ist er ohne Relevanz, Namen der Täter enthält er nicht. Insgesamt 800 Peiniger in mehr als 200 kirchlichen Einrichtungen wurden ausfindig gemacht. Die Opfer – aber auch der Bericht – geben dem Staat eine Mitschuld, weil er zu lasch kontrollierte. Gegen eine Beteiligung von zehn Prozent an den Milliarden-Entschädigungen sollten die Orden vor Strafverfolgung geschützt werden. Jetzt haben sich elf von 18 bereit erklärt, die Zahlungen zu erhöhen. Die übrigen könnten rechtlich dazu gezwungen werden. Die Behörden riefen Opfer dazu auf, die Polizei zu kontaktieren, damit diese nun ermitteln kann.