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Brown will auch nach möglicher Schlappe durchhalten

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Brown will auch nach möglicher Schlappe durchhalten

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Trotz katastrophaler Umfragewerte hat Gordon Brown einen Rücktritt oder vorgezogene Wahlen ausgeschlossen. Stattdessen kündigte er nach dem Parlamentsspesenskandal Reformen und einen Verhaltenskodex an. Zudem will er weiter persönlich gegen die Rezession kämpfen.

Doch zeichnet sich eine Kabinettsumbildung ab: Brown wird laut britischen Medienberichten Finanzminister Alistair Darling nach dessen Fehltritten bei der Spesenabrechnung durch den bisherigen Bildungsminister Ed Balls ersetzen. Auch andere Ministerien könnten umbesetzt werden. Den Umfragen zufolge wird Browns Labour-Partei bei den Europa- und Kommunalwahlen nächste Woche nur drittstärkste Kraft – deutlich hinter den Konservativen unter David Cameron, die auf Platz eins landen dürften. Kommentatoren sehen Cameron schon als sicheren nächsten Premierminister. Zwischen seinen Tories und Labour liegen je nach Umfrage die Liberalen oder die ausgewiesenen Europaskeptiker der UKIP-Partei. Die Antwort auf den Spesenskandal, meint ein Wähler: “Das ist die Vergeltung für das, was die Abgeordneten getan haben. Deshalb bekommt UKIP auch meine Stimme.” Seine Landsfrau stimmt ein: “Ich war immer entschlossen, wählen zu gehen, aber dieser Skandal hat mich noch bestärkt. Ich wünschte, sie würden alle zurücktreten und wir bekämen eine neue Regierung.” Laut Kommentatoren werden nach dem Skandal eher weniger Briten aus Politikverdrossenheit an die Urne kommen – Nutznießer wären die europaskeptischen und rassistischen Parteien.