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Europawahl: Labour-Partei muss Erdrutsch fürchten

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Europawahl: Labour-Partei muss Erdrutsch fürchten

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Auf den Rekord würde Gordon Brown gern verzichten: Laut Umfragen muss sich die Labour-Party des britischen Premierministers bei der Europawahl auf das schlechteste Ergebnis seit 90 Jahren einstellen.

Demnach hat Labour binnen weniger Wochen rund ein Drittel ihres Wählerpotentials eingebüßt und kommt nur noch auf 16 Prozent. Selbst die rassistische und europafeindliche British National Party BNP kann auf bis zu zehn Prozent hoffen. Gordon Brown: “Unsere Probleme können Parteien nicht lösen, die Diskriminierung, Vorurteile, Rassismus als Programm haben. Aber das genau ist der Kern der British National Party, sie steht für Verfolgung, Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus.” Im Europawahlkampf schickt die BNP Mitarbeiter in Schweinskostümen auf die Bühne, die sich als Parlamentarier in Geldscheinen suhlen. Sie spielen damit an auf den Spesen-Skandal. Für Rückenwind sorgen auch die ruinierte Wirtschaft und der völlig überschuldete Staat. Gefahr droht Brown auch von der europakritischen Partei UKIP – sie verdreifachte in Umfragen ihre Anhängerschaft zieht mit 19 Prozent an Labour vorbei. Die Ursprünge der UK Independence Party liegen in einem Familienstreit der Konservativen über den Vertrag von Maastricht Anfang der neunziger Jahre. Vorsitzender Nigel Farage bezeichnete den Vertrag von Lissabon im Europaparlament als “Lügenwerk” und lobte die Iren öffentlich für ihr “Nein.” Stärkste Partei werden nach den Umfragen die Konservativen von Oppositionschef David Cameron mit 30 Prozent – obwohl ebenfalls wegen des Spesenskandals gerupft. Die Haltung zur EU und die Frage der Einführung des Euro in Großbritannien spaltet die Partei bis heute. Tory-Chef David Cameron sucht nun den Schulterschluss mit anderen Euro-Skeptikern – dem Tschechen Mirek Topolánek und den Brüdern Kaczynski aus Polen.