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Atlantik im selbstgemachten Korallenschmuck

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Atlantik im selbstgemachten Korallenschmuck

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Nein, das ist nicht der Südpazifik oder das Rote Meer. Es ist der Atlantik. Eigentlich wollten irische und französische Forscher an Bord eines U-Bootes des National Marine Institute das Ökosystem im Meer studieren. Doch dann tauchte 320 Kilometer vor der Westküste Irlands ein Korallenriff im Sucher auf – bislang völlig unbekannt. Dabei erstreckt sich das Riff über 200 Quadratkilometer und bildet unter Wasser 40 Hügel, bis zu 100 Meter hoch.

ANTHONY GREHAN, Naturwissenschaftler: “Was wir da gefunden haben, hat uns vom Stuhl gehauen. Ich beschäftige mich jetzt seit 10 Jahren mit Korallenriffen. Aber das hier ist das Spektakulärste, das ist jemals gesehen habe. Wachsende und gedeihende Korallen – und noch völlig unerforscht.” Die Naturwissenschaftler halten das Gelände für einigermassen geschützt. Der Untergrund ist zerklüftet und eignet sich nicht für die Schleppnetzfischerei. Wertvoll sind Korallenriffe allemal – sie bieten Fischschwärmen Schutz. Und zählen zu den Ökosystemen, in denen wichtige Pharma-Rohstoffe der Zukunft vermutet werden. ANTHONY GREHAN: “Bis zu dieser Forschungsfahrt haben wir die spektakulärsten Korallenriffe dieser Breitengrade immer in norwegischen Gewässern vermutet. Jetzt bin ich um Einiges schlauer.” Seine Suche nach unerforschten weissen Flecken unter Wasser ist Teil von ‘CoralFISH’ – durch dieses europaweite Forschungsprogramm will die EU Kommission mehr erfahren über die Wechselwirkungen zwischen Korallen, Fischbeständen und Fischerei.