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China vor Tiananmen Jahrestag

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China vor Tiananmen Jahrestag

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Ein geradezu himmlischer Frieden – dort, wo vor zwanzig Jahren Panzer rollten und Schüsse fielen. 1989 wurde Chinas Demokratiebewegung hier, auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, blutig niedergeschlagen; die Zahl der Opfer ist bis heute unbekannt. Ein offizielle Zahl nennt 241 Tote; Menschenrechtler sprechen dagegen von Tausenden.

Seitdem hat sich China verändert – jedenfalls wirtschaftlich hat es eine enorme Entwicklung hinter sich. Was vor zwanzig Jahren geschah, ist vielen heute kaum noch bewusst oder nicht mehr so wichtig. “Geschichte ist Geschichte”, sagt ein Kleinunternehmer in Peking; “wir leben in der Gegenwart und sehen der Zukunft entgegen, nicht in die Vergangenheit. Die Zukunft wird ihr Urteil über das fällen, was passiert ist. Damit sollten wir uns nicht jetzt beschäftigen.” “Ich weiß nicht so viel über Geschichte”, meint eine 24-jährige Studentin hier; “und nur ein bisschen über das, was vor zwanzig Jahren passiert ist. Für mich ist eher die Gegenwart wichtig.” Um möglichen Protesten vorzubeugen, wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Polizei und Armee sichern den Platz, Dissidenten stehen unter Hausarrest. Wichtige Internetseiten sind gesperrt; ausländische Fernsehsender werden zensiert, sobald sich ein Bericht über die Ereignisse von damals ankündigt.