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Surrealist Magritte - im ganz real existierenden Museum


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Surrealist Magritte - im ganz real existierenden Museum

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“Dies ist ein Museum,” Monsieur Magritte, “und zwar für Sie” – Brüssel entdeckt einen der berühmtesten Belgier wieder, in nagelneuen Ausstellungsräumen.

“Dies ist keine Pfeife” nannte der Surrealist das Bild einer Pfeife – um dem Betrachter den Unterschied zwischen Abbild und Realität klarzumachen. Und da ist auch sein ganzes Inventar, das unsere Sehgewohnheiten auch 40 Jahre nach seinem Tod noch nachhaltig beeinflusst: Der Apfel, der Bowlerhut, die Taube, der blaue Himmel mit weißen Wolken, der Fesselballon oder die Menschen mit Tuch vor dem Gesicht. Der Mann hatte Humor – schwarzen Humor. Geboren 1898 im belgischen Lessines, amüsierte sich der kleine René mit Vorliebe auf einem alten – Friedhof. René Magritte: “Wir haben zwischen den Gräbern gespielt, sind runter in die Gruften….und eines Tages sah ich einen Maler bei der Arbeit und das hat mich schwer beeindruckt.” Der bürgerliche Magritte verdiente seinen Lebensunterhalt in der Werbung und entwarf Tapeten. Die Arbeiten des Surrealisten Giorgio de Chirico erschütterten ihn regelrecht und gaben seiner Malerei die Richtung, die man heute kennt. Magritte-Biograf Jacques Roisin: “Als er einen Katalog mit Werken von de Chirico sah, kamen ihm die Tränen. Nicht mal nach dem Selbstmord seiner Mutter hatte er geweint, jetzt ja. Er war aufgewühlt und begann, völlig neu zu malen. Vorher hatte ein bisschen in allen Stilen herumgeschnuppert – Futurismus, Kubismus, sogar abstrakte Malerei. Nun malte er am Stück 60 Bilder in einem Jahr – und hatte seinen Stil gefunden.” Magritte spielte gern mit Licht und Schatten. Seine Kunst sollte die Menschen zum Nachdenken anregen über das “Mysterium, ohne das es die Welt nicht gäbe.” Und er malte an gegen den eigenen Trübsinn. Jacques Roisin: “Kinder wollte er nie, weil ihm die Welt so unwirtlich schien. Er sagte immer – wir sind in einem Keller, und es gibt nicht mal eine Kellerluke.” Und diese Stimmung versucht das Museum nachzuempfinden – sogar an einem hellen Sonnentag herrscht innen Dämmerlicht. Damit wir den Meister besser verstehen.

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