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Brown vor dem Ende

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Brown vor dem Ende

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Großbritannien stimmt am Donnerstag nicht nur über seine Abgeordneten in Straßburg und, in England und Wales über neue Kommunalparlamente ab, sondern auch über die politische Zukunft von Premierminister Gordon Brown. Brown hatte als Konsequenz aus dem erwarteten katastrophalen Abschneiden von Labour eine Kabinettsumbildung für kommende Woche angekündigt.

Doch Kommunalverwaltungsministerin Hazel Blears nahm dem Premier nun das Heft aus der Hand. Am Tag vor der Wahl trat sie selbst zurück. Ihr Timeing ein bewußter Versuch, die wankende Regierung zu destabilisieren. Eine e-mail kursiert unter den Hinterbänklern der Regierungsfraktion. In ihr wird Browns Rücktritt gefordert, “im Interesse von Partei und Nation”. 80 von 350 Labourageordneten sollen bereit sein, sie zu unterschreiben. “Die vergangenen Wochen waren für alle schwer. Ich glaube, die Menschen müssen erkennen, dass durch die politischen Winkelzüge ein enormer Druck entsteht. Und während die Öffentlichkeit verärgert ist, stehen auch die Familien der Abgeordneten unter Druck”, versuchte Brown im Unterhaus die Krise zu beschönigen. Unklar ist, wie lange die noch schweigenden Kabinettsmitglieder treu zu Brown stehen. Ein Kabinettsmitglied deutete an, ein vierter Platz bei der Europawahl hinter der UK Independece Party wäre der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe. Zwar dürfte auch mit einem neuen Parteichef die Niederlage bei der kommenden Unterhauswahl nicht abzuwenden sein, aber vielleicht fällt sie glimpflicher aus. In den letzten Tagen wird Gesundheitsminister Alan Johnson immer öfter als möglicher Brown-Nachfolger gehandelt.