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Gemischte Reaktionen in Afghanistan und im Irak

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Gemischte Reaktionen in Afghanistan und im Irak

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Im Irak ist die Rede des amerikanischen Präsidenten mit Spannung verfolgt worden – nicht nur von Politikern: Die Fernsehübertragung war auch in Cafés der Hauptstadt Bagdad zu sehen. Nach dem “Krieg gegen den Terror” seines Vorgängers Bush müsse Obama nun mit seinen Taten zeigen, was er anders machen wolle, lauteten viele Kommentare – von Politikern und Analysten ebenso wie von Männern auf der Straße: Er glaube, Obama sei ein mutiger Präsident, sagte ein Mann, und er hoffe, dass die Öffnung gegenüber der islamischen und besonders der arabischen Welt weitergehen werde. Andere betonten, dass diese Öffnung nun auch im Handeln der USA sichtbar werden müsse. So äußerte sich auch ein Kunde in diesem Internet-Café in Bagdad: Als Moslems wollen wir Taten sehen, sagte er; es reiche nicht, dass der amerikanische Präsident in Kairo eine Rede halte und dann nach New York zurückfliege. Auch in Afghanistan – einem weiteren Schauplatz des Krieges gegen den Terror – waren die Reaktionen gemischt. In der Hauptstadt Kabul wurde die Rede Obamas von vielen gewürdigt, und zugleich hieß es auch hier, den Worten müssten Taten folgen: Die Amerikaner sollten in islamischen Ländern nicht so handeln wie jetzt, sagte ein Mann, sie sollten vielmehr dafür sorgen, dass keine unschuldigen und armen Menschen getötet würden. Für Afghanistan hat Präsident Obama bisher keinen Truppenabzugsplan vorgestellt – wie für den Irak. Er hat lediglich festgestellt, die USA wollten nicht auf Dauer in Afghanistan bleiben.