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Niederlande vor Rechtsruck bei Europawahl

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Niederlande vor Rechtsruck bei Europawahl

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Mit der Fiets zur Wahlurne. In den Niederlanden wird, wie in Großbritannien, bereits heute über die Abgeordneten des Europaparlaments abgestimmt. Insgesamt 17 Parteien kandidieren, doch nur fünf davon dürften eine realistische Chance haben, die nötigen Stimmen für den Einzug ins Brüsseler Parlament zu erhalten.

Letzten Umfragen zufolge wird die Christdemokratische Partei des niederländischen Regierungschefs Jan Peter Balkenende die meisten Stimmen erhalten. Doch es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Sozialdemokraten. Deren Parteichef Wouter Bos hatte sich zuletzt erneut gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU ausgesprochen. Mit solchen Aussagen versuchen die etablierten Parteien zu punkten, denn sie stehen nicht nur bei der Frage der EU-Erweiterung unter enormen Druck von Rechts. Die VVD des Rechtspopulisten Geerd Wilders fängt Stimmen aus allen Lagern. Wilders ist nicht nur gegen den Lissaboner Vertrag; er möchte die Niederlande ganz aus der EU herausführen. Seine Partei hat gute Chancen zweistärksten Kraft zu werden. In einem Interview sagte Wilders unverblümt: “Wir wollen mehr Niederlande, weniger Europa und das die Milliarden Euro wieder zurück kommen und nicht an französische und polnischer Bauern oder rumänische und portugiesische Autobahnen verschleudert werden.” Recht gute Chancen hat diesmal auch die Tierschutzpartei “Partij voor de Dieren”. Sie fordert unter anderem ein Verbot von Stierkämpfen und eine Begrenzung von Tiertransporten auf weniger als zwei Stunden.