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Premierminister Brown in schwerem Wetter

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Premierminister Brown in schwerem Wetter

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Nach einer beispiellosen Rücktrittswelle von fünf Ministern in vier Tagen gerät Großbritanniens Premierminister Gordon Brown immer mehr unter Druck.

Binnen weniger Stunden hatten die Minister für Verteidigung, Arbeit und Verkehr ihre Ämter niedergelegt und Brown zu einer vorgezogenen Kabinettsumbildung genötigt. Gordon Brown: “Wenn ich nicht überzeugt wäre, der richtige Mann mit dem richtigen Team an der richtigen Stelle zu sein, dann stünde ich nicht hier. Bei der Kabinettsliste habe ich auf Leute gesetzt, für die der Dienst an der Nation an der allerersten Stelle steht.”

Die Opposition will Browns Umfragetief und das drohende Debakel bei der Europawahl nutzen und pocht auf Neuwahlen, die Brown bisher ablehnt.

Der konservative David Cameron: “Alle Wege führen zu Neuwahlen – sei es, weil es mit einer schwachen und zerstrittenen Regierung einfach nicht mehr so weitergeht, oder wir einen neuen Anfang nötig haben. Sei es, dass wir ein Plebiszit brauchen über den politischen Skandal und das Fehlverhalten von Parlamentariern.” Browns Labour-Partei kassierte bei Kommunalwahlen eine Niederlage, die Konservativen triumphierten. Ausgangspunkt der Regierungskrise ist die Spesenaffäre britischer Politiker. Dabei hatten sich Abgeordnete aller Parteien jahrelang mit fragwürdigen und teils betrügerischen Abrechnungen auf Kosten der Steuerzahler bereichert.