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Brown vor Sturz?

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Brown vor Sturz?

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Historisches Wahldebakel für die britische Labour-Partei: Premierminister Gordon Brown bekommt damit die Quittung für den Spesenskandal und die Regierungskrise.

Nach Auszählung der meisten Wahlregionen ist die Regierungspartei nur noch drittstärkste Kraft. Sie verlor 7 Prozentpunkte und kam nur noch auf 15,3% – das schlechteste Ergebnis seit dem Ersten Weltkrieg. Die Labour-Partei lag knapp vor den Liberaldemokraten, wurde jedoch von der europafeindlichen Partei UKIP überflügelt. Stärkste Kraft wurde die Konservative Partei von Oppositionschef David Cameron. Im nordenglischen Wahlkreis Yorkshire und Humber nahm die rechtsextreme British National Party der angeschlagenen Regierungspartei einen Sitz ab und zieht damit erstmals in das Europaparlament ein. Nach dem desaströsen Ergebnis werden immer mehr Stimmen laut, die einen Rücktritt von Brown fordern. “Wenn die Labour-Abgeordneten und Gordon Brown aus diesen Ergebnissen immer noch nichts gelernt haben, sind wir verloren”, sagte der linke Labour-Abgeordnete John McDonnell. “Die Botschaft ist eindeutig. Wir brauchen eine totale Umkehr in der politischen Richtung”, forderte er. Brown steht seit dem Spesenskandal um exzessive Abrechnungen von Politiker auf Kosten der Steuerzahler unter Druck. Am Abend wollen Rebellen in seiner eigenen Partei entscheiden, ob sie einen Antrag zum Sturz des Premiers voranbringen.