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Letzte Runde im Wahlkampf im Iran

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Letzte Runde im Wahlkampf im Iran

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Am Freitag wählen die Iraner ihren Präsidenten. Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad bewirbt sich um eine zweite Amtszeit, und drei Herausforderer wurden vom Wächterrat zugelassen.

Menschenrechtler wie Amnesty International kritisieren schon diese limitierte Auswahl: Viele Bewerber seien wegen eines diskriminierenden Wahlrechts ausgeschlossen worden. Ahmadinedschad kann vor allem mit den Stimmen von Kleinbürgertum und sozial Schwachen rechnen: Bei diesen kommten zinslose Kredite, Subventionen auf Waren der Grundversorgung und auch auch mal gratis verteilte Lebensmittel gut an – ebenso wie seine unnachgiebige Haltung gegenüber dem Westen: “Ich wähle Ahmadinedschad, denn er ist der einzige, der nie irgendwelche Verträge unterzeichnen wird, die gegen die Interessen des Irans gerichtet sind. Und das hat er in den vergangenen vier Jahren bewiesen”, ist einer der Anhänger überzeugt. Wichtigster Herausforderer des Präsidenten ist der moderate Konservative Mir Hussein Mussawi. Er war während des Krieges mit dem Irak in den achtziger Jahren Ministerpräsident, ein Posten, der dann abgeschafft wurde, und später Berater der gemäßigten Vorgänger von Ahmadinedschad. Mussawi kann mit dessen wirtschaftlichen Misserfolgen punkten: gestiegene Inflation von über 25 Prozent und höhere Arbeitslosigkeit. Doch auch wenn die Wahl die Massen bewegt: Die eigentliche Macht im Staat bleibt der Ayatollah und nicht der Präsident. Weswegen Kritiker des iranischen Systems den Akt generell auch als Scheinwahl brandmarken.