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Rom will mehr Öl und Gas aus Libyen

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Rom will mehr Öl und Gas aus Libyen

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Das Foto, das Gaddafi an die brust geheftet hatte, zeigt einen lybischen Führer des anti-italienischen Widerstands bei seiner Festnahme durch die italienischen Behörden. Auch traf der libysche Staatschef traf eine Stunde später als geplant ein.

Dass Italien in Libyen Kolonialmacht war, ist nicht vergessen, wollte er damit signalisieren. Das Land wurde erst 1951 unabhängig. Einen Schlusstrich unter die Vergangenheit hatten Gaddafi und Berlusconi eigentlich schon im vergangengen Sommer gezogen, als der italienische Ministerpräsident Libyen besuchte. Die beiden Herren vereinbarten, dass Italien eine milliardenschwere Entschädigung zahlt. Das Geld fließt in die Infrastruktur Libyiens, wobei die großen Bauaufträge an italienische Firmen gehen. Ein Viertel des in Italien verbrauchten Öls kommt aus Libyen, beim Gas sind es sogar 33 Prozent. Berlusconi will von beidem mehr. Und er will den Zustrom der Flüchtlinge eindämmen. Im vergangenen Jahr waren es 37.000, 75 Prozent mehr als 2007. Die illegalen Einwanderer kommen zwar nicht aus Libyen, sondern aus ganz Afrika, doch Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Italien ist die libysche Küste. Protesten von Menschenrechts-Organisationen zum Trotz schickte Italien mehrfach illegale Einwanderer zurück. Denn das Gaddafi von Menschenrechten nicht viel hält, ist bekannt. Das Einwandererproblem aber bleibt und wird größer. Zur besseren Kontrolle seiner Küstengewässer ließ sich Libyen vor einigen Wochen vier Patrouillen-Boote von Italien schenken. Der Regierung in Rom aber geht es neben den Flüchtlingen vor allem um das libysche Gas und Öl. Libyen wiederum wird zweitgrößter Aktionär der italienischen Großbank Unicredit und will seinen Anteil an dem italienischen Öl- und Gas-Riesen Eni ausbauen. Es sieht somit ganz danach aus, dass der erste Besuch Gaddafis in Rom zur großen Zufriedenheit beider Seiten verlaufen wird.