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Von Tripolis an den Tiber

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Von Tripolis an den Tiber

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Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat für den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi den roten Teppich ausgerollt. Begleitet von Protesten ist der derzeitige Präsident der Afrikanischen Union mit 300 Gefolgsleuten zu seinem ersten offiziellen Besuch in Italien eingetroffen.

Seine viertägige Visite wird von italienischer Seite als “historischer” Höhepunkt der Wiederannäherung zwischen der Ex-Kolonialmacht und dem nordafrikanischen Ölstaat gewertet. Staatschef Giorgio Napolitano empfing den Machthaber in seiner Residenz. Grundlage für das Treffen ist der im vergangenen Herbst geschlossene Vertrag über Zusammenarbeit und Freundschaft. Gleich zu Beginn sorgte al-Gadaffi jedoch für eine Provokation. Er hatte sich das Foto eines “Helden” des anti-italienischen Widerstands an die Uniform geheftet. Untergebracht ist al-Gaddafi in dem weitläufigen Park der Villa Pamphili. Dort hat er sein traditionelles Beduinenzelt aufgebaut. Innen ist es herrschaftlich ausgestattet – mit Teppichen Diwanen und sogar einem Kronleuchter.