Eilmeldung

Eilmeldung

Endspurt im Iran

Sie lesen gerade:

Endspurt im Iran

Schriftgrösse Aa Aa

Dieser Präsidentschaftswahlkampf hat die tiefe Spaltung der iranischen Gesellschaft öffentlich gemacht. Auf der einen Seite die Konservativen, die Anhänger von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad, auf der anderen das Reformlager um Hussein Mussawi.

Präsident Ahmadinedschad nutzte seinen letzten Wahlkampfauftritt im Staatsfernsehn IRIB zu heftigen Angriffen: “Sie werfen uns Lügen vor. Sind die Fortschritte in der Nukleartechnolgie, in der Raumfahrt in der Biotechnologie, in der Nanotechnologie erfunden?” verteidigte Ahmadinedschad seine Erfolgsbilanz gegen die Angriffe der Opposition. Während Ahmadinedschad für seinen Wahlkampf auf die staatlich kontrollierten Massenmedien setzte, trieb Mussawi in den Neuen Medien Wahlkampf. Mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten sind jünger als 30 Jahre, sie zählen zu den eifrigsten Nutzern des Internets. Auf sie zielte Mussawi. Jeden Tag wurden mehrere zehntausend SMS verschickt. Die Kernbotschaft: Wenn ihr wählen geht, könnt ihr Ahmadinedschad los werden. Der verdankt seinen Erfolg vor vier Jahren der Wahlenthaltung vieler enttäuschter reformorientierter Wähler.