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Iran im Wahlfieber

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Iran im Wahlfieber

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Dieser Präsidentschaftswahlkampf hat erstmals die tiefe Spaltung der iranischen Gesellschaft öffentlich gemacht. Auf der einen Seite die Konservativen, die Anhänger von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad, auf der anderen das Reformlager um Hussein Mussawi. Präsident Ahmadinedschad nutzte seinen letzten Wahlkampfauftritt im Staatsfernsehn IRIB zu heftigen Angriffen:

“Sie werfen uns Lügen vor. Sind die Fortschritte in der Nukleartechnolgie, in der Raumfahrt in der Biotechnologie, in der Nanotechnologie erfunden?”, meinte Ahmadinedschad zu den Vorwürfen seiner Gegner, er werbe mit einer geschönten Leistungsbilanz. Vor dem Sendezentrum versammelten sich mehrere hundert Anhänger Mussawis. Jeden Abend demonstrieren vor dem IRIB-Gebäude Anhänger der verschiedenenen Lager für ihren Kandidaten. “Dieser Auftritt wird Ahmadinedschad schaden, Die Menschen wissen, was sie von jemanden halten müssen, den das Staatsfernsehn unterstützt”, meinte ein Demonstrant. “Ich will jemanden wählen, der sich für die Jugend einsetzt, der uns versteht. Wir sind ein junges Land – und die Jugend ist für Mussawi”, meint ein anderer Wähler, der ebenfalls unerkannt bleiben will.

Während Ahmadinedschad auf die Massenmedien setzt, trieb Mussawi in den Neuen Medien Wahlkampf. Jeden Tag wurden mehrere zehntausend SMS verschickt: “Dies ist eine “Kommunikationsgesellschaft”, in der man die Wahheit nicht länger verschleiern kann. Facebook und Textmessaging können Informationen viel schneller verbreiten”, beschreibt Ali aus Mussawis-Wahlkampfteam die Strategie seines Kandidaten.

Im vergagenen Monat war war der Zugang zu Facebook im Iran tagelang blockiert, das läßt ahnen, für wie gefährlich die Machthaber die neuen Medien halten.