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umstrittener besuch Gaddafi in Italien

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umstrittener besuch Gaddafi in Italien

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Mit Pomp und Protesten ist Libyens Revolutionsführer in Italien empfangen worden. Während die Regierung den roten Teppich für Muammar al-Gaddafi ausbreitete, verhinderte die Opposition, dass er an diesem Donnerstag als Präsident der Afrikanischen Union im Plenarsaal des Senats spricht. Auch bei seinem Auftritt an der Universität in Rom ist Protest zu erwarten.

Diese erste offizielle Visite in Italien soll das Kapitel der Kolonialzeit endgültig abschließen. Italien hofft auf weitere libysche Investitionen. Doch ließ Gaddafi es sich nicht nehmen, beim Besuch bei Präsident Giorgio Napolitano gut sichtbar auf der Brust ein Foto eines libyschen Widerstandskämpfers gegen Mussolinis Kolonialherren zu tragen. Mehrere hundert Menschenrechtler demonstrierten gegen den Besuch und gegen die Abmachung beider Länder, dank der Italien seit kurzem illegale Einwanderer direkt wieder nach Libyen abschieben kann. Italien hofft, damit den Anstrom von Bootsflüchtlingen auf seine Insel Lampedusa zu bremsen. “Menschenrechte verkauft man nicht”, brandmarkten die Demonstranten. Auch die UN und Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Menschenrechte der Flüchtlinge in Libyen nicht gesichert sind.