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Doku über Weltmusiker Youssou N'Dour

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Doku über Weltmusiker Youssou N'Dour

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Er macht Weltmusik. Er stand mit anderen Weltmusikern wie Bono, Paul Simon Bruce Springsteen oder Peter Gabriel auf der Bühne und hat einen Grammy zuhause – er selbst sieht sich als moderne Ausgabe eines afrikanischen Geschichtenerzählers – Youssou N’Dour aus dem Senegal.

Ein Dokumentarfilm über ihn will ein neues Bild zeichnen von Afrika und vom Islam – das sind die beiden wichtigsten Themen des Sängers und Bandleaders. Und eine munter sprudelnde Quelle von Missverständnissen. YOUSSOU N’DOUR: “Wenn es nach mir geht, will ich in dem Film vor allem den kulturellen Reichtum meines Landes zeigen. Und dann gleich meine Familie – Grosseltern, Mutter – die ganze Familie, die Bedeutung von Familie. Dann meine Musik, die Bindung an mein Land, meine Religion, den Islam. Die muss man dringend erklären, denn viele verstehen ihn nicht und interpretieren ihn in eine üble Richtung.” Der Film entstand 2004 während der Arbeiten an N’Dour’s kontroversem Album “Egypt”. Das Album war für den Künstler ein persönlicher Neuanfang – das persönlichste und spirituellste seiner Karriere, auch das langsamste. Im eigenen Land lehnten viele diese Musik erst einmal ab – konservative Muslims fanden es blasphemisch, wie Religion und weltliche Popkultur vermischt wurden. Es gab sogar – falsche – Gerüchte von nacklten Frauen in Videos. YOUSSOU N’DOUR: “Als ich in die Heilige Stadt von Touba im Senegal kam, meinten manche, ich würde mit meiner bisherigen Musik in der Moschee auftreten, mit tanzenden Frauen und so. So stand das in der Zeitung. Stimmte aber nicht. Also nahmen viele Abstand von meiner Musik.” Quer durch die Kulturen ist N’Dour auf vielen Bühnen zu Hause. Er findet es inspirierend, mal mit internationalen Superstars zu spielen, mal in der Heiligen Stadt Touba. Er geniesst es, möglichst verschiedene Menschen zu treffen – sein Lebenstraum. YOUSSOU N’DOUR: “Ich habe mir als Musiker immer eine gewisse Freiheit erlaubt. Ich will tun, wonach mir ist, wovon ich begeistert bin. Viele Musiker sind doch sowas wie Gefangene der eigenen Fans – wir mögen deinen Stil, also bleib gefälligst auch dabei. Ich wollte mich von Anfang an nicht festlegen lassen. Das ist mir sehr wichtig, ich möchte da weitergraben, wo ich es interessant finde.” “Youssou N’Dour: I Bring What I Love” läuft in diesen Tagen in den USA an – der Europa-Start steht noch nicht fest.