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Komunalwahl erstmals mit Frauenquote

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Komunalwahl erstmals mit Frauenquote

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Die Marokkaner wählen ihre neuen Stadt- und Gemeinderäte. Es ist die zweite derartige Abstimmung, seit König Mohammed 2003 Kommunalwahlen eingeführt hat.

Neu ist eine Quote für Frauen: Ihnen sind bei dieser Wahl zwölf Prozent der Sitze vorbehalten. Bisher, ohne diese Quote, sind Frauen auf kommunaler Ebene gerade einmal zu einem halben Prozent vertreten. Das kommt bei Frauen an: “Natürlich wähle ich, und sogar meine Nachbarn gehen hin”, sagt sie. “Klar gehe ich wählen; um drei, nach der Arbeit”, meint eine andere Frau. König Mohammed regiert das nordafrikanische Land seit 1999. In dieser Zeit hat er mehrere politische Reformen veranlasst: Dazu zählte eine Veränderung im Familienrecht; seitdem haben Frauen zum Beispiel mehr Rechte bei Scheidungen. Seit drei Jahren gibt es in Marokko sogar weibliche Prediger. Sie erfüllen fast alle Aufgaben, die auch die männlichen Prediger ausüben. Nur die Leitung des Gebets bleibt ihnen vorenthalten. Die Regierung erhofft sich von dem Einsatz der Predigerinnen, dass statt extremistischer Lesarten des Islam tolerantere Auslegungen gefördert werden.