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Irans Präsident im Profil

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Irans Präsident im Profil

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Als bescheidener Diener der Menschen – so präsentierte sich Machmud Achmadinedschad den Wählern.

Bei den letzten Präsidentschaftswahlen vor vier Jahren hatte er einen Erdrutschsieg eingefahren. Diesmal musste er sich in einem richtigen Wahlkampf durchsetzen. Achmadinedschad ist ultrakonservativ, ein Kind der iranischen Revolution und ein Mitglied der Revolutionsgarden. Er ist ein enger Verbündeter des obersten Revolutionsführers, Ayatollah Ali Khamenei – der die eigentliche Macht in der Islamischen Republik Iran innehat. Es ist aber auch der Präsident der Medien, der ohne Unterlass für internationale Schlagzeilen sorgt – mit seinen anti-amerikanischen und anti-israelischen Reden. Er ging sogar soweit, den Holocaust zu leugnen. Sein unerbittliches Bestreben, den Iran in eine Atommacht zu verwandeln, brachte die Vereinten Nationen gegen ihn auf. Der UN-Sicherheitsrat verhängte Sanktionen, die dem Land spürbar geschadet haben. Andererseits war es gerade sein trotziges Verhalten, das Achmadinedschad Unterstützung einbrachte. Unvergessen ist sein – bisher nicht erfülltes – Versprechen vor der ersten Wahl, Millionen Iraner aus der Armut zu holen. Zwar haben die hohen Ölpreise der vergangenen Monate Geld in die Kassen der Islamischen Republik gespült. Doch die Wirtschaft des Landes, kränkelt. Die Inflation wird auf 30 Prozent geschätzt. Und die Arbeitslosigkeit in dem 70-Millionen-Staat soll bei etwa 20 Prozent liegen. Das waren auch die Hauptargumente seines wichtigsten Gegenkandidaten Mir Hussein Mussawi. Achmadinedschad pflegt ein Image des Mannes aus dem Volke. Sich selbst bezeichnet er als bescheidenen Straßenfeger.