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Proteste gegen Wahlergebnis

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Proteste gegen Wahlergebnis

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Siegerlaune bei den Anhängern des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach seinem nach offiziellen Angaben unerwartet hohen Wahltriumph – Enttäuschung, Schock und Wut im Lager des Reformers Mir Hussein Mussawi. Auf den Straßen Teherans demonstrierten Tausende Anhänger Mussawis gegen das Ergebnis der Wahl, das nach ihrer Auffassung das klare Ergebnis eines Wahlbetruges ist. Dabei kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mehrere Oppositionelle seien festgenommen worden, hieß es. Nach Angaben des Innenministeriums, das Ahmadinedschad untersteht, kam dieser auf 62 Prozent, Mussawi auf lediglich 33,7. Der Herausforderer hingegen ist sich sicher, dass er die absolute Mehrheit erhalten hat. Aus Sorge vor massiven Protesten der Opposition erließen die Behörden ein Demonstrationsverbot. Der oberste religiöse und weltliche Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, gratulierte Ahmadinedschad zu seiner Wiederwahl und warnte Mussawi vor “Provokationen”. Beobachter gehen davon aus, dass Ahmadinedschad schon wegen der gescheiterten Wirtschaftsreformen weniger Stimmen hätte bekommen müssen. Mussawi erklärte auf seiner Internetseite, die Iraner wüssten ganz genau, für wen sie gestimmt hätten. Sie würden weder – so wörtlich – “das Stimmzähl-Theater im staatlichen Fernsehen akzeptieren noch jenen folgen, die sich die Macht durch Lug und Trug erschwindelt hätten”. Er werde sich dieser Inszenierung nicht beugen, sondern die Geheimnisse hinter dem Vorhang lüften.