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Gedenkfeier für spanische Exilanten in Mexiko

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Gedenkfeier für spanische Exilanten in Mexiko

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Als Kinder kamen sie nach Mexiko, nun wird ihrer Ankunft vor siebzig Jahren mit allen Ehren gedacht: Die mexikanische Stadt Veracruz hat die Franco-Flüchtlinge, die hier im Juni 1939 strandeten, zu einer Gedenkfeier geladen.

In den Jahren des spanischen Bürgerkriegs von 1936-39 und der darauf folgenden Diktatur flüchteten Hunderttausende ins benachbarte Frankreich, nach Großbritannien, in die Sowjetunion und nach Lateinamerika – insbesondere nach Mexiko. Die Gedenkfeier an diesem Samstag war für die Exilanten bewegend: “Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Die Regierung von Mexiko und die Behörden hier in Veracruz haben uns vorher nichts gesagt, deshalb war es eine große Überraschung, für die wir ihnen danken möchten”, erklärt eine der Geehrten gerührt. Einige Flüchtlinge kehrten im Laufe der Franco-Diktatur in die alte Heimat zurück. Spanien hat inzwischen den Exilierten und ihren Nachfahren die spanische Staatsbürgerschaft angeboten. Nicht jeder ist daran interessiert: “Meine Wurzeln sind in Spanien, aber meine tiefsten Wurzeln sind hier in Mexiko. Ich werde das wohl nie erklären können. Aber ich möchte nichts von meinen mexikanischen Wurzeln kappen, mit meiner spanischen Hälfte, und deshalb wollte ich auch nie nach Spanien zurückkehren”, bekräftigt ein Exilant. Im Hafen von Veracruz waren am 13. Juni 1939 gut 1.600 spanische Republikaner an Bord der “Sinaïa” eingelaufen – die Endstation ihrer Flucht, die über Frankreich führte. Dort waren die örtlichen Behörden mit dem Ansturm völlig überfordert gewesen. Vor allem Intellektuelle und Künstler gingen nach Mexiko ins Exil.