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Lage im Iran bleibt angespannt

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Lage im Iran bleibt angespannt

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Nach dem Wahlsieg des amtierenden Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war es am Wochende zu schweren Auschreitungen zwischen Anhängern des unterlegenen Kandidaten Mir Hussein Mussawi und der Polizei gekommen. Mussawi hat den Wächterrat aufgefordert, die Wahl vom Freitag wegen Unregelmäßigkeiten zu annulieren.

Ein Passant sagte: “Mussawi sollte im Fernsehen eine Rede an die Nation halten, damit seine Anhänger sich beruhigen.” Ein traditionelle mit Schleier gekleidete Frau meinte: “Meiner Meinung nach sind die Auschreitungen in der Stadt vollkomnen illegal.” In mehreren Stadteilen Teherans kam es zu Zusammenstößen von Mussawianhängern mit der Polizei. Die ging mit großer Härte gegen Demonstanten vor, setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Die Sicherheitskräfte schlugen auch ausländische Journalisten und behinderten die Berichterstattung. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat den iranischen Botschafter deshalb heute ins Auswärtige Amt einbestellt. Amnesty International verurteilte das Vorgehen der Staatsgewalt gegen die Demonstranten und Presse. Nach offiziellen Angaben wurde Ahmadinedschad mit mehr als 62 Prozent der Stimmen gewählt. Einen Sternmarsch von Mussawi-Anhängern ins Stadtzentrum von Teheran haben die Behörden für heute untersagt. Mussawi wollte dort eine Rede an das iranische Volk halten.