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Unruhen in Teheran

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Unruhen in Teheran

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Nach der Wiederwahl des erzkonservativen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist es in Teheran erneut zu Unruhen gekommen. In verschiedenen Stadtteilen kam es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des unterlegenen Reformpolitikers Mir Hussein Mussawi und der Polizei. Die meist jungen Demonstranten zündeten Reifen und Mülltonnen an. Mit Schlagstöcken bewaffnete Polizisten versuchten, in der Innenstadt eine große Menschenmenge aufzulösen. Unter dem Jubel seiner Anhänger verteidigte Ahmadinedschad bei seiner Siegesfeier die Wahl als fair und gerecht. Manipulationsvorwürfe wies er erneut zurück.

Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo nur zwei oder drei Parteien das Sagen hätten, gebe es im Iran eine echte Demokratie. Es gebe keine Partei, die allein von sich behaupten könne, das iranische Volk zu repräsentieren. Der amerikanische Iran-Experte Afschin Molavi sagte, dem Wahlergebnis zufolge habe Ahmadinedschad in den Provinzen Tabriz und Aserbaidschan gegen seinen Herausforderer Mir Hussein Mussawi gewonnen. Das sei als ob in den USA Barack Obama in Texas und George Bush in Illinois gewonnen habe.

Nach Angaben der Polizei wurden seit Beginn der Proteste am Samstag 60 Menschen festgenommen, 50 Demonstranten und zehn Organisatoren. Der stellvertretende Polizeichef Ahmad Radan warnte, weitere Festnahmen würden folgen.