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Im Überblick: Studentenproteste im Iran

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Im Überblick: Studentenproteste im Iran

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Studenten fordern lautstark den Rücktritt Achmadinedschads – wie auf illegal angefertigten Filmaufnahmen vom vergangenen Montag zu sehen. Die Studenten bilden die Speerspitze einer ganzen Protestbewegung. Sie beklagen die Versuche der Regierung, sie zu islolieren. Tatsächlich sind es sbereits 1979 die Studenten, die sich gegen den Schah auflehnen. Sie verhelfen damit der islamischen Revolution zum Sieg. Gegen das so entstandene Regime der Mullahs protestieren die Studierenden heute. Zwanzig Jahre nach der Revolution formiert sich erneut Protest an den Universitäten. Im Juli 1999, zwei Jahre nach der Wahl des vorgeblichen Reformers Mohamed Khatami, verlieren die Studenten die Geduld. Denn statt der versprochenen Reformen gibt es erneut Zensur. Aber nur fünf Tage später wird die Protestbewegung gewaltsam niedergeschlagen. 2003 flammen die Proteste trotz omnipräsenter Überwachung wieder auf. Mehr Freiheit und Reformen fordern die jungen Leute. Doch der aufstrebenden geistigen Elite des Landes fehlt der Rückhalt in der Bevölkerung. Zwei Jahre später wird Mahmud Achmadinedschad zur Hassfigur der Studenten. Einige wagen sogar, ihn anlässlich seiner Intervention in der Universität von Teheran auszupfeifen. Der Zwischenfall spiegelt die Gereizheit der iranischen Jugend wider, wird von den offiziellen Medien des Landes aber totgeschwiegen. Und heute? Anders als 1999 sind die Studenten diesmal nicht allein. Auch andere Leute gehen auf die Straßen. Für Moussawi hätten sie gestimmt, sagen sie, um das mit der Amtszeit Achmadinedschads entstandene Klima der Repression zu beenden.