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Irans Regimegegner proben weltweit den Aufstand

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Irans Regimegegner proben weltweit den Aufstand

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Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Südkorea in Seoul sind am Mittwoch einige iranische Spieler mit grünen Arm- und Schweißbändern aufgelaufen. Grün ist die Farbe des Oppositionspolitikers Mussawi. Nicht alle Spieler beteiligten sich an dem Protest. Bei den iranischen Schlachtenbummlern, die sich die weite Reise nach Korea leisten konnten, hat der Präsident wenig Freunde: “Nicht nur die Menschen im Iran erheben sich, die Proteste sind weltweit. Erst war es Ärger über den Wahlbetrug, jetzt sind die Menschen gegen die Regierung”, meint eine iranische Zuschauerin.

Vor den Vereinten Nationen in Genf demonstrierten Exil-Iraner. Auch hier herrschen naturgemäß Regimegegner vor. Mahmud Ahmadinedschad ist nicht ihr Präsident, sagen sie, der Protest richtet sich gegen mehr als den mutmaßlichen Wahlbetrug: “Es ist ein Protest gegen die Unterdrückung im Iran. Ich unterstütze weder Ahmadinedschad noch Mussawi, ich bin gegen die anhaltende Repression im Iran”, sagte eine Iranerin, die in der Schweiz lebt. In vielen Ländern demonstrieren Exil-Iraner vor den diplomatischen Vertretungen der islamischen Republik, wie in Rom: “Ahmadinedschad vertritt uns nicht. Mit seinen Reden, seinem islamischen Extremismus. Der Iran ist ein muslimisches Land aber kein extremistisches Land. Hier demonstrieren die gleichen Leute wie im Iran. Er repräsentiert uns nicht”, meinte eine Frau. Doch auch die Exil-Iraner sind nicht repräsentativ für die Bevölkerung im Iran. Österreichs Exil-Iraner zum Beispiel haben größtenteils in den 60er Jahren in Österreich studiert. Nach der Islamischen Revolution 1979 haben sie ihre Heimat verlassen und in Österreich Asyl gefunden.