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J. M. Barroso: Einziger Kandidat für Vorsitz der EU-Kommission

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J. M. Barroso: Einziger Kandidat für Vorsitz der EU-Kommission

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“Barroso ist so schwach, dass er mit einem weiteren Mandat belohnt wird”, soll Deutschlands Ex-Außenminister Joschka Fischer unlängst geunkt haben. Kritiker werfen dem Kommissionschef vor, seine Meinung gern den Umständen anzupassen.

Eine Kehrtwende machte der Portugiese schon in jungen Jahren: Von der marxistischen Studentenbewegung zu Zeiten der Nelkenrevolution gegen Portugals Diktatur wechselt er ins Mitte-Rechts-Lager – das sich hier Sozialdemokratische Partei nennt. Dort macht er Karriere, verdient sich Meriten als Vermittler bei den Konflikten in Angola und Ost-Timor, wird Ministerpräsident… und gewinnt das Wohlwollen von George W. Bush und Tony Blair, als er die Irak-kriegswilligen Regierungschefs auf die Azoren einlädt. Blair ist es auch, der ein Jahr später Barroso gegen Guy Verhofstadt, den Favoriten Deutschlands und Frankreichs, als Kandidaten für die EU-Kommission pusht – mit Erfolg. Auf dem Posten hat Barroso weitreichende Kompetenzen: So kann er die Mitgliedsstaaten, die gegen europäisches Recht verstoßen, mit saftigen Bußgeldern in die Schranken weisen. Sein erklärt liberaler Ansatz – so wenig Regulierung wie möglich – stieß zuletzt bei den Mitgliedsstaaten auf Kritik: Sie werfen Barroso vor, in der Wirtschaftskrise zu spät und zu lasch reagiert zu haben.